Ich habe weiterhin großen Spaß an der Perry Rhodan-Reihe, und mit diesem zehnten Band entwickelt sich die Geschichte endgültig zu einer echten Space Opera. Die Menschheit, eher aus Notwendigkeit als aus echter Einigkeit zusammengeschweißt, wagt einen Vorstoß fast dreißig Lichtjahre von der Erde entfernt, um herauszufinden, ob eine feindliche Invasion bevorsteht oder ob sich irgendwo Verbündete finden lassen. Der Roman liefert genau die herrlich altmodischen Raumflottenschlachten, auf die ich bei Science Fiction aus den frühen Sechzigern hoffe. Trotz aller technischen Naivität und des leicht nostalgischen Tons wirken die Himmelsmechanik und die strategischen Manöver überraschend glaubwürdig. Gerade diese Mischung aus Politik, Taktik und militärischer Aktion verleiht der Handlung ein Tempo, das die früheren Bände nur angedeutet haben.
Mehrere offene Fragen werden beantwortet, gleichzeitig öffnet der Roman den Blick auf ein noch größeres Universum. Eine uralte galaktische Zivilisation, längst verschwunden und nur noch durch rätselhafte Technologien greifbar, erweitert den Hintergrund um eine weitere Schicht von Staunen und Geheimnissen. Diese Mythologie lässt das Perryversum immer größer erscheinen, obwohl die eigentliche Handlung angenehm straff bleibt. Besonders gefallen hat mir das Zusammenspiel aus Diplomatie, politischer Abwägung und Flottenstrategie. Weniger überzeugen mich dagegen weiterhin die Mutantenfähigkeiten. Telepathie, außersinnliche Wahrnehmung und Teleportation wirken auf mich eher wie praktische Handlungshilfen als wie glaubwürdige Bestandteile dieser Welt und nehmen einigen Konflikten ihre Spannung.
Trotz dieses Kritikpunkts gehört dieser Band für mich zu den stärkeren frühen Romanen der Reihe. Das hohe Erzähltempo, die spannenden Gefechte, die politischen Intrigen und die ständig wachsende Hintergrundgeschichte überwiegen meine Vorbehalte gegenüber den paranormalen Elementen deutlich. Nach dem letzten Kapitel wollte ich sofort wissen, welche Geheimnisse als Nächstes auf Perry Rhodan warten.
4/5 Sterne.
