Das Buch lag schon ewig auf meinem Stapel. Ich hatte früher schon einmal angefangen, dann aber aus irgendeinem Grund wieder aufgehört. Diesmal hat es mich gepackt. Ich musste zwischendurch bewusst langsam lesen, um bei den ganzen Hintergründen, Verdächtigen, Entdeckungen im Kloster und natürlich den Morden den Überblick zu behalten. Die Mühe lohnt sich.
Auf den ersten Blick ist das ein grossartiger Krimi. In einem Benediktinerkloster im 14. Jahrhundert geschehen mehrere rätselhafte Todesfälle, und William von Baskerville beginnt zusammen mit seinem jungen Begleiter Adson zu ermitteln. Die Spur führt durch verborgene Bibliotheken, verbotene Bücher und gelehrte Streitigkeiten, die immer düsterer werden.
Was das Buch aber wirklich besonders macht, ist das historische Panorama. Eco zeigt das Klosterleben in allen Details, den Alltag, die Rituale, die Spannungen und Machtspiele. Gleichzeitig wird klar, wie sehr diese kleine Welt mit den großen Konflikten der Kirche verbunden ist. Armut, Macht, Dogma und politische Intrigen prallen ständig aufeinander. Das Ganze wirkt nie trocken, sondern lebendig und glaubwürdig.
Kein leichtes Buch, aber ein unglaublich lohnendes. Anspruchsvoll, packend und voller Atmosphäre. 5/5 Sterne.

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